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Sehenswürdigkeiten

 

Das berühmtestes Bauwerk und weithin bekannt ist die Abtei, die bis in die romanische Zeit zurückreicht.

 

Die Gemeinde Celles verfügt über eine gute Gastronomie und ein Erholungsgelände mit Badesee und Campingplatz. Auch sind vielfältige Ausflüge in die Umgebung möglich. 

Weitere Infos erhalten Sie auf den Seiten der Gemeinde Celles-sur-Belle

 

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... aus dem Prospekt über die Abtei

HISTORISCHER ÜBERBLICK:

Celles (vom Lateinischen cella: Kapelle) besitzt eine sehr alte Kirche, die der Heiligen Maria gewidmet ist. Eine Chronik überliefert, dass Chlodwig sie im Jahre 507 besuchte, nachdem er die Westgoten in Vouillé besiegt hatte.

Im Mittelalter und vor allem ab dem 12. Jahrhundert kamen zahlreiche Pilger, um die Marienstatue zu verehren, die mehrere Wunder gewirkt haben soll. Durch den wachsenden Ruf des Ortes, durch die Nähe des Pilgerwegs nach Compostella und dank einigen Schenkungen, wurde aus dem kleinen Priorat eine blühende Abtei. Der Abt selbst wurde zu einem einflussreichen Mann.

Der großzügigste aller Pilger war jedoch zweifellos König Ludwig XI. Er kam mehrmals hierher, um seine Andacht zu verrichten und trug wesentlich zur Renovierung der Kirche bei. Er gewährte der Abtei zahlreiche Vergünstigungen und befreite im Jahre 1471 die Einwohner des Dorfes von ihrer Steuerlast. Franz I., König und bedeutende Persönlichkeit der Renaissancezeit, machte hier am 22. und 23. August 1560 halt, aber damals war bereits der Geist der Reform zu spüren. Die Religionskriege beendeten die Glanzzeit der heiligen Stätte. Im Jahre 1568 wurden die Kapelle und die Kirche zum Teil zerstört. Heinrich von Bourbon, dem zukünftigen Heinrich IV. muss sich ein trauriger Anblick des Ortes geboten haben, als er am 20. Mai 1586 in Celles mit seinen Truppen einmarschierte.

Übriggeblieben waren lediglich der Kirchturm, die Kapelle des Heiligen Sakraments und die Mauern der Kirche. Alles musste von neuem aufgebaut werden.

Dann kam die Revolution. Sie richtete viel Unglück in der kleinen religiösen Gemeinde an. Die Kirche Unserer Lieben Frau wurde seiner ursprünglichen Bestimmung entzogen und zu einem Gefängnis umfunktioniert. Die Güter der Abtei wurden als Staatseigentum verkauft. Napoleon unterzeichnete im Jahr 1801 mit dem Papst das Konkordat. Die Ausübung des Gottesdienstes wurde wieder erlaubt. Die Religiosität erwachte erneut im Laufe des 18. Jahrhunderts. Jedoch erst am 3. Juli 1899 fanden wieder Wallfahrten statt, die heute noch unter der Bezeichnung „Septembreche“ fortgeführt werden.

 

EINE RESTAURIERTE GOTHISCHE KIRCHE

 

 KIRCHENTURM UND VORHALLE

Der Kirchturm, den man von weitem sieht, stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. Er ist gothischem Stil gebaut, eine Seltenheit in dieser Gegend, jedoch häufigem Süd-Westen Frankreichs anzutreffen. Die Wappen des letzten Ordensgeistlichen von Celles, Abt Mathurin II. Joubert de la Bastide, sind noch schwach an der Fassade zu erkennen, jedoch im Inneren der Kirche, oberhalb der Tür, die zum Kirchturm führt, gut erhalten.

 

DAS POLYLOBE (MEHRLAPPIGE) ROMANISCHE PORTAL

Das Portal ist das einzige Überbleibsel der ehemaligen romanischen Abtei. Es stammt aus dem 12. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert wurde es von Grund auf renoviert. Sein Stil erinnert an verschiedene spanische Gebäude und manche glauben sogar einen arabischen, wenn nicht persischen Einfluss zu erkennen.

 

HAUPT UND SEITENSCHIFF

Eine prächtige Treppe führt zum Kirchenschiff, das aus drei parallelen Schiffen mit einem gemeinsamen First besteht. Diese gewaltige Architektur ist 70 Meter lang und 27 Meter breit. Die stark gebogenen Gewölbe ragen 17,50 Meter in die Höhe. Das Hauptschiff ist von zwei Reihen mit jeweils fünf Säulen begrenzt, die eine außergewöhnliche Eleganz aufweisen. Ihre prismatischen Rippen reichen ohne Unterbrechung bis ganz oben an die Kreuzung der Gewölbe und erinnern an riesige Palmenbäume aus Gestein. Die Nebenschiffe sind etwas niedriger als das Hauptschiff und heben die Schönheit der Säulen hervor.

 

DIE KAPELLEN

Acht Kapellen öffnen sich an den Seitenwänden, die aus dem Kalkgestein der Gegend bestehen. Ihre Symmetrie verleiht dem ganzen Gebäude den Eindruck, als bestünde es aus fünf Schriffen. Die darüberstehenden Fenster sind seitlich verschoben, so dass vermutlich besseres Licht auf die Altäre entsteht.

 

DER CHOR, DIE APSIS UND DAS QUERSCHIFF

Der Chor ist ziemlich kurz. Auf der rechten Seite kann man eine lateinische Inschrift erkennen, die die Geschichte der Kirche kurz zusammenfasst. Unter Ludwig XI gebaut, durch die Häretiker im Jahre 1568 zerstört, dann später durch François Le Duc, genannt der Toscaner, im Jahre 1669 restauriert.

Genau über dem Hochaltar strahlt eine Sonne mit menschlichen Zügen: eine Anspielung an den Sonnenkönig Ludwig XIV. Die Wappen des Kardinals François de La Rochefoucauld, Minister von Ludwig dem XIII. vor Richelieu, waren links von diesem Emblem auf einem Hängebogen zu sehen. Sie befinden sich heute im Museum Le Pilori in Niort, zusammen mit anderen Skulpturen aus der Kirche, wie zum Beispiel der schönen Statue eines Pilgers.  Am Schlussstein im nördlichen Teil des Querschiffs erscheinen die Wappen von Henri de La Rochefoucauld, dem Vetter zweiten Grades des Kardinals. Dieser beabsichtigte, die Ordernsbruderschaft der Augustiner von der Heiligen Genoveva in Notre-Dame von Celles  zu gründen. Dieser Wunsch wird jedoch erst unter Louis de La Rochefoucauld, seinem Nachfolger, verwirklicht. Es waren weltliche Titularäbte, die selten in ihren Abteien residierten und ihren Untergeordneten, alle Befugnisse überließen. Letzter Abt wurde, zu Beginn der Revolution, Charles-Maurice de Talleyrand-Perigord, der Bischof von Autun.

Auf beiden Seiten des Chors sieht man eine Mauer mit einem Säulenansatz. Das Chorgestühl aus Eiche wurde von den Beaux-Arts restauriert, es stammt aus dem 17. Jahrhundert, ebenso wie die jetzige Marienstatue.

 

DIE KAPELLE DES HEILIGEN SAKRAMENTS

Die Sakramentskapelle stammt aus dem 15. Jahrhundert, wurde jedoch in zwischen verschiedenen Veränderungen unterzogen. Die  Reste des Wappens von Mathurin II. Joubert de la Bastide sind noch zu erkennen. Der Baustil dieser Kapelle ist bemerkenswert. Sie besteht aus zwei Spitzbogenfächern, deren Glieder unmittelbar in die Seitenwände übergehen.

 

DIE KAPELLE NOTRE-DAME

Sie existiert nicht mehr. Bis zu ihrer Zerstörung im Jahre 1568 führte eine Treppe vom hinteren Teil der Apsis nach unten zum Altarraum, in dem sich die Wunderstatue befand. Diese Kapelle erstreckte sich von der Haube des Chors der Abteikirche bis zur Fassade der jetzigen Abtei. Zwei kleine Bögen aus gehauenem Stein und ein doppelter Türrahmen im hinteren Teil des Apsis sind die letzten Überreste der Kapelle.

 

DAS PORTAL DES NÖRDLICHEN QUERSCHIFFS

Um in die Abtei zu gelangen, muss der Besucher zurückgehen. Er tritt dann durch ein Nebenportal, das sich im nördlichen Querschilff befindet. Sein reichverziertes Giebelfeld besteht aus stark beschädigten kleinen Statuen, die die Verkündung Mariä darstellen.

 

DIE ABTEI UND DIE GEBÄUDE DES INNENHOFS

Die Abtei ist ebenfalls das Werk von François le Duc. Er baute sie zwischen 1676 und 1682. Dieses wunderschöne Gebäude ist 83 Meter lang und 17 Meter hoch. Bis zur Revolution war es mit Schiefer gedeckt. Das Gebälk war damals höher als heute. Die Treppe befindet sich nicht in der Mitte der Fassade, denn der rechte Flügel wurde nie zu Ende gebaut, daher die offensichtliche Assymmetrie des Gebäudes. An seiner Stelle stand ein älteres Gebäude, dessen Restmauer heute noch Spuren des alten Klosters trägt. Dieses Gebäude ist 1805 abgebrannt. Die von Konsolen und Pilastern gekrönten Pfeiler unterstreichen die Eleganz der aus abgeschrägten Quadersteinen bestehenden Fassade. Eine breite Freitreppe öffnet den Weg zur Eingangstür.

Der gewölbte Hausflur musste durch Pfeiler gestützt werden. Einige behauene Steine aus einem früheren romanischen Gebäude sind in die Mauer eingelassen. Gegenüber führt eine Treppe mit seinem eisengeschmiedeten Geländer  zum Obergeschoss. Im Hintergrund auf der linken Seite öffnet sich der reisige Speisesaal mit seinem Gewölbe und seinem Fenstern zum Park. Die Türen stammen ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert. Heute werden hier Kulturveranstaltungen durchgeführt, wie zum Beispiel Konzerte. Die Gemeinde Celles-sur-Belle ist seit 1970 Inhaber der Abtei geworden, nachdem die Montfortains-Priester die Bauten nicht mehr unterhalten konnten, die heute unter Denkmalschutz stehen.

 

DER KREUZGANG

Der angrenzende Kreuzgang stammt aus dem 17. Jahrhundert. Es handelt sich eigentlich nur um einen Teil eines Kreuzganges, der gerade restauriert wurde.

 

DIE PFARRKIRCHE SAINT-HILAIRE

Gegenüber stehen die Reste der Pfarrkirche Saint-Hilaire. Sie war 21 Meter lang und 9 Meter breit. Nur eine Mauer ist davon übriggeblieben: die gemeinsame Wand mit der Sakramentskapelle. Dazu gehört eine Säule mit laubverziertem Kapitel.

 

DIE KRYPTA

Die Krypta, die sich oberhalb der Gruft befindet, ist eine romanische Kapelle mit einer geraden Chorhaube aus dem 17. Jahrhundert. Die  Spitzbogengewölbe, die in die Mauer gelassenen Pfeiler und die Fenster, deren Brüstung treppenartig verläuft, stammen aus derselben Epoche.

Insgesamt handelt es sich um ein bemerkenswertes Bauwerk, das oft vom Leben hart mitgenommen, für die Ewigkeit geprägt wurde. Wenn der neugierige Besucher seinen Wissensdurst stillen möchte, werden ihm die interessanten Ausführungen von Pater Libeau, 1984 veröffentlicht, weitere Hinweise liefern: Geschichte und Grundriss der Abtei von Celles aus dem 16. Jahrhundert, dazu zahlreiche Illustrationen.